Von unserem Mitarbeiter
Markus Mertens

Lampertheim. Gesundheit durch Bewegung? das klingt so selbstverständlich. Die Formel ist so klar, dass man sie nie hinterfragen würde, weil sie natürlich stimmt. Dass das mit der Bewegung im Alter aber vielleicht nicht mehr ganz so selbstverständlich ist, wie dieser gebetsmühlenartige Zauberspruch, wurde beim 67. Lokalen Gesundheitsforum im Stadthaus Lampertheim zum Thema.

Die Zuhörer im prall gefüllten Sitzungssaal warteten geradezu darauf, mit Tipps und Tricks versorgt zu werden, denn Moderne Sportmedizin zur Prävention und Therapie, so der Titel, geht nun wirklich jeden an, der sich irgend bewegt und das vielleicht weniger, als er es sollte. Dass das aber eigentlich mehr aufs Herz geht, als der Sport, das machte Dr. Nikolaus Selzer in seinem Vortrag schonungslos klar. Denn wo es dauerhaft an Bewegung fehlt, ist die Adipositas nicht weit. Da kündigen sich Bluthochdruck und Diabetes gleich als nächstes an. Problematisch sei ja vor allem, dass nicht nur zu viele Kalorien zugeführt würden, sondern, dass ein zu großer Anteil davon einfach nicht verbrannt werde, so Selzer.

Durch den Sport mehr vom Leben haben, ist Selzers Credo, das ist eindeutig. Als Kardiologe weiß der Facharzt auch ganz genau, wie wichtig Bewegung in Form von regelmäßigem Training wirklich ist, und behält dieses Expertenwissen nicht für sich. Ein bisschen schockiert raunt es da durch die Menge als Selzer berichtet, wie etwa vor 20 Jahren mit Herzinfarktpatienten umgegangen wurde. Da lagen Sie erst einmal wochenlang rum und haben gar nichts machen dürfen, nicht mal aufstehen, bringt der Kardiologe es zugespitzt auf den Punkt. Dass aber genau das ein Riesenfehler war, der das Herz nur schwächer machte, weil dort Narbengewebe entstand, wo einst mal Herzmuskel war, wusste man damals noch nicht.

Training zur Stärkung
Heute sei man klüger und lasse selbst Krebspatienten und chronisch Kranke eine Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining absolvieren, um sie zu stärken. Dafür ist es übrigens nie zu spät, lässt Orthopäde Dr. Walter Seelinger das Publikum wissen. Selbst 80- und 90-Jährige könnten noch Erfolge erzielen, die klinisch sonst nur bei Jugendlichen nachzuweisen seien. Ein Fakt, der den meisten Gästen so vermutlich nicht bewusst war und den einen oder anderen sicher aufatmen ließ. Ob Nordic Walking oder Schwimmen, Radfahren oder Skilanglauf, keine dieser Sportarten könnte nicht auch mit Erfolg von Senioren ausgeübt werden. Hat die Passivität erst einmal angefangen, dann kommen Sie da auch so schnell nicht wieder raus erklärt Walter Seelinger mit Nachdruck. Sein stärkstes Argument allerdings hatte sich Seelinger für den Schluss aufgehoben. Was den Sport, die Bewegung nämlich vor allem kennzeichne, ist, dass ein moderates Training von einer halben Stunde zwei- bis dreimal pro Woche schon genüge, um die Gabe von Medikamenten unnötig zu machen. Wo rechtzeitig mit Bewegung Prävention betrieben würde, müsse es zur Therapie vielleicht gar nicht erst kommen. Auch wenn die neuen Totalendoprothesen für Gelenke und Knorpel aller Art eine Errungenschaft seien, besser sei es doch, das, was im Körper ist, zu erhalten.

Dr. Karl-Wilhelm Klingler brachte die Erkenntnisse des Abends am Ende auf eine schöne Formel: Wir wollen das Alter mit Leben füllen und nicht einfach das Leben mit Alter. Also machen Sie was draus! Es klingt fast ein bisschen nach Kant, was Klingler da von sich hören lässt. Denn was der Philosoph einst programmatisch für den Verstand forderte, könnte hier seine Gültigkeit nicht weniger haben: Habe Mut, dich deines eigenen Muskels zu bedienen.

Erscheinungstag: 19.11.2011 | Zeitung: Suedhessen Morgen | Ressort: HLA | Seite: 19

Lampertheim. Das Gesundheitsnetz der Ärzteschaft in Lampertheim und Umgebung (GALA) hat auf seiner Jahreshauptversammlung einen neuen Vorstand gewählt. Der Vorsitzende Dieter Herb ist nach langjähriger Vorstandszugehörigkeit zurückgetreten. Dr. Matthias Früh (rechts) ist einstimmig zu seinem Nachfolger gewählt worden. Als neues Vorstandsmitglied wurde Dr. Walter Seelinger (Zweiter von links) in den Vorstand gewählt. Dr. Alfred Döring (Zweiter von rechts) und Dr. Guido Wehlen (links) wurden in ihren Ämter bestätigt. zg/Bild: zg

Erscheinungstag: 17.05.2011 | Zeitung: Suedhessen Morgen | Ressort: HLA | Seite: 17

Lampertheim. Ungewollt kinderlos, so lautete das Thema des 65. Lokalen Gesundheitsforums von Volkshochschule und GALA (Gesundheitsnetz der Ärzteschaft Lampertheim) im Sitzungssaal des Stadthauses. Schätzungen zufolge ist in Deutschland jede siebte Partnerschaft ungewollt kinderlos. Über die Ursachen und moderne Behandlungsmöglichkeiten sprachen Joachim Weiß, Facharzt für Urologie und Andrologie aus Lampertheim, und Tobias Schmidt, Facharzt für Gynäkologie und Reproduktionsmedizin vom Kinderwunschzentrum Ludwigshafen.

Weiß beleuchtete die andrologischen Aspekte und sprach über die Gesundheitsstörungen beim Mann. Um diese zu diagnostizieren, stehen unter anderem Untersuchungen des Samens an. So kann der Facharzt anhand eines Spermiogramms prüfen, wie beweglich die Spermien sind und wie sie aussehen. Wenn die Spermien anormal oder zu langsam sind, haben sie keine Chance, zur Eizelle zu gelangen, erklärte der Androloge. Ein anderer Grund für die ungewollte Kinderlosigkeit können Infektionen, genetische Defekte oder Erkrankungen der Hoden sein, sagte Weiß weiter. Ganz selten kommt es auch vor, dass bei einem Mann die Anlage, Samenzellen zu produzieren, gar nicht vorhanden ist, erklärte der Facharzt. Eine weitere Ursache seien Sterilisation oder Entzündungsherde im Körper. Eine Behandlungsmöglichkeit ist die TESE (Testikuläre Spermien Extraktion). Hierbei werden die Samen direkt aus dem Hoden entnommen und untersucht. Oftmals finden sich hier mehr Samenzellen als direkt im Ejakulat, erklärte der Arzt.

Dr. Tobias Schmidt, der seit etwa einem Jahr das Kinderwunschzentrum Ludwigshafen, betreibt, referierte über Untersuchungs- und Behandlungsmethoden bei der Frau. Er sprach über die hormonelle Therapie, Entnahme von Eizellen für die künstliche Befruchtung, die Reimplantation des Fötus und die weitere Betreuung der Schwangeren. Das Problem der Kinderlosigkeit ist so alt wie die Menschheit selbst, sagte Schmidt. Von Kinderlosigkeit spreche ein Mediziner dann, wenn eine Frau nach einem Jahr, trotz regelmäßigen Geschlechtsverkehrs, nicht schwanger werden könne. Die Anzahl der kinderlosen Paare nimmt zu, die meisten trauen sich aber nicht, darüber zu sprechen, so der Facharzt. Dabei führen er und seine Kollegen im Kinderwunschzentrum täglich zwischen zwei und fünf künstliche Befruchtungen durch. Jedes 80. Neugeborene stammt heutzutage aus einer künstlichen Befruchtung, sagte Schmidt.  Die beiden Fachärzte machten Mut, offen mit dem Thema der Kinderlosigkeit umzugehen und Risikofaktoren zu vermeiden. Das sind bei Frauen und Männern das Rauchen und Übergewicht. Bei der Frau kommt noch das Alter hinzu, sagte Dr. Schmidt. Nach dem 35. Lebensjahr werde es immer schwerer, natürlich schwanger zu werden. nik

Erscheinungstag: 30.04.2011 | Zeitung: Suedhessen Morgen | Ressort: HLA | Seite: 18

Von unserem Redaktionsmitglied
Alexandra Hoffmann
Lampertheim. Haaatschii! Heute schon geniest? Kaum hat sich der Winter verzogen, scheint es schon wieder von allen Seiten zu husten und zu prusten. Die Natur blüht auf und die Pollenallergie gleich mit. Tatsächlich steigt die Zahl der Allergiker stetig ? auch in unserer Region. Derzeit fliegen die (Birken-)Pollen mal wieder besonders heftig. Der Südhessen Morgen veranstaltet deshalb gemeinsam mit GALA, dem Gesundheitsnetz der Ärzteschaft Lampertheim, eine kostenlose Telefonaktion rund um das Thema Allergien.

Mit Dr. Alexander Ehnis, Hautarzt aus Lampertheim, und Hans Kurnatowski, Allgemeinmediziner aus Bürstadt, beantworten zwei Experten eine Stunde lang Ihre persönlichen Fragen. Die SHM-Telefonaktion Allergien das Leid in der Frühlingszeit findet am kommenden Dienstag, 19. April, von 16 bis 17 Uhr statt. Die Wartezimmer sind voll mit Patienten, die unter typischen Beschwerden wie juckenden Augen, triefender Nase, Niesattacken bis hin zur Atemnot leiden. 30 bis 40 Prozent aller Personen in Deutschland müssen im Laufe ihres Lebens mit einer Allergie der Schleimhäute rechnen, lautet die wenig frohe Botschaft von Dr. Alexander Ehnis auf Anfrage unserer Zeitung.

Die Fachverbände, erklärt Ehnis, vermuteten als Ursache für die Verbreitung von Allergien vor allem zwei Faktoren: zum einen schädliche Umwelteinflüsse, die die Bereitschaft des Immunsystems erhöhen, allergische Reaktionen zu produzieren, zum anderen den Klimawandel. Er führt zu verstärkten und verlängerten Vegetationsperioden klassischer allergieauslösender Pflanzen wie Gräsern oder Hasel. Im Bereich des Oberrheingrabens komme es durch das milde und eher windarme Klima meist früher und länger zu Pollenflug als im restlichen Mitteleuropa. Hierbei würden vor allem häufige Allergieauslöser wie Hasel, Birke, Kräuter, Süßgräser und Beifuß freigesetzt. Ehnis: Derzeit beobachten wir einen überdurchschnittlich starken Birkenpollenflug, der bei vielen unserer Patienten erhebliche Beschwerden verursacht.

Jeder kann in jedem Alter von einer Allergie heimgesucht werden. Kindergartenkinder ebenso wie Erwachsene in der Mitte ihres Lebens oder im Rentenalter. Wem die Allergie besonders schwer zu schaffen macht, möchte sich im Frühjahr, wenn die meisten Pollenarten Hochkonjunktur haben, manchmal am liebsten zu Hause verbarrikadieren. Auf Dauer leidet aber auch darunter die Lebensqualität. Und die Allergie kann sich verschlimmern.

In rund 40 Prozent der Fälle, so Ehnis, komme es bei Nichtbehandlung zum sogenannten Etagenwechsel: Aus Heuschnupfen entwickelt sich Asthma. Das werde durch eine spezifische Immuntherapie oder Hyposensibilisierung nachweislich verhindert. Eine wesentliche Besserung der Beschwerden stelle sich bei fachgerechter Behandlung in bis zu 90 Prozent der Fälle ein. ?Eine Literaturstatistik?, so Ehnis, die sich mit unseren eigenen Erfahrungen in der Praxis deckt. Er rate Betroffenen in jedem Fall, sich beim Hausarzt nach dieser Behandlungsmöglichkeit zu erkundigen.

Erscheinungstag: 13.04.2011 | Zeitung: Suedhessen Morgen | Ressort: HLA | Seite: 15

Lampertheim. Viel Zuspruch erfuhr der Lampertheimer Gesundheits- und Diabetikertag, der durch die einmalige Kombination aus Expertenvorträgen, Ausstellungen und Vorführungen geprägt war. Die Veranstalter, das Gesundheitsnetz der Ärzteschaft Lampertheim (GALA) und das ärztliche Gesundheitszentrum (AGiLA) hatten keine Mühen gescheut und ein attraktives Programmpaket
zusammengeschnürt, um den Tag lebendig zu gestalten.

Bei den rund 40 Ausstellern konnten die Besucher umfassende Informationen rund um Vorbeugung, Früherkennung und Behandlungsmöglichkeiten sammeln. Außerdem hatten sie die Möglichkeit, sich in den Räumen und auf dem Freigelände des Lessing-Gymnasiums Lampertheim (LGL) von an den Ständen testen und untersuchen zu lassen.

Das Vortragsprogramm war ebenfalls von großer Vielfalt geprägt. Der Ernährungsmediziner Dr. Hardy Walle referierte über die Makro- und Mikronährstoffe in der Diabetikernahrung. Urologe Dr. Joachim Weiß über Übergewicht und Testosteronmangel.

Während es in der Mensa des LGL medizinische Informationen zum Gesundheitstag und themenbezogene Fachvorträge sowie Workshops gab, standen die Referate und Infostände in der Aula ganz im Zeichen der Stoffwechselkrankheit Diabetes. Organisiert hatte sie Diabetologe Dr. Günter Weidenauer mit Unterstützung der Diabetikerselbsthilfegruppe unter Leitung von Gerd Fricke.

Eröffnet wurde die Veranstaltung vom GALA-Vorstandsvorsitzenden Dieter Herb. Er wies darauf hin, dass GALA, das sehr gut funktionierende Gesundheitsnetz, in Kürze sein zehnjähriges Jubiläum feiert. Mit dieser Veranstaltung wolle die Ärzteschaft die Gesunden aufmerksam machen, was auf sie zukommen könne und Kranke informieren, damit sie ?Experten ihrer eigenen Erkrankung werden? und sich mit ihrer Krankheit auseinandersetzen. Dr. Karl-Wilhelm Klingler, Geschäftsführer von AGiLA berichtete, dass im LGL das Lampertheimer Gesundheitswesen seine ganze Palette zeige.

Die Deutschen essen zu viel, zu süß und zu fett und sie bewegen sich zu wenig, hob Norbert Golzer, Gesundheitsdezernent im Kreis Bergstraße, hervor. Deshalb käme es zu Übergewicht, der Diabetes boome und die Herzkreislauferkrankungen seien im Steigen. ?Sie sind heute hierher gekommen?, wandte sich Golzer an die Besucher, ?weil Sie Gesundheitsvorsorge betreiben wollen.? Dazu gehörten Cholesterin- und Blutzuckermessungen, das NO-Messen, aber auch Haarpflege- und Hautberatung.

Das St. Marienkrankenhaus stellte seine Fachabteilungen vor: Chefarzt Dr. Thomas Martin erklärte an einem Modell die Handhabung eines Endoskops, um in das Innere eines Magen-Darm-Trakts zu sehen. Mitarbeiterinnen der Radiologie informierten über die verschiedenen Untersuchungsmöglichkeiten. Dr. Guido Wehlen untersuchte die Schilddrüse der Besucher mittels Ultraschall und der Kardiologe Dr. Nikolaus Selzer schallte die Halsschlagader, eine wichtige Untersuchung zur Abschätzung eines Herzinfarkt- und Schlaganfallrisikos. Krankengymnast Rainer Engelhardt zeigte physikalische Therapien auf, Heike Stock Ergotherapien und die Logopädin Marion Jerger-Padberg informierte über die Kehlkopffunktionen. Welcher Besucher von dem umfangreichen Programm überwältigt war, konnte im TaoMobil, das die Andreas-Apothekenleiterin Sibylle Fath organisiert hatte, eine Weile ruhen und frische Kräfte tanken. Mit dem Bus würde ich eine Weltreise machen, schwärmte Bürgermeister Erich Maier über den Ort der
Entspannung. roi

Erscheinungstag: 28.03.2011 | Zeitung: Suedhessen Morgen | Ressort: HLA | Seite: 17

Von unserem Redaktionsmitglied
Beate Stumpf
Lampertheim. Rund 200 Menschen sitzen erwartungsvoll im Sitzungssaal des Stadthauses. Bei mindestens 70 von Ihnen läuft der Alzheimer-Prozess seit vielen Jahren im Hintergrund, sagt Professor Dieter Braus, Facharzt und Leiter der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Wiesbaden in die erschrockene Runde. Manche der meist älteren Besucher beginnen abzuzählen. ?Wir können Alzheimer nicht heilen. Aber wir kennen heute beschleunigende Faktoren des Krankheitsverlaufes und auch Schutzfaktoren,? beruhigt Braus die Gemüter. Aufatmen im Saal.
Die Volkshochschule Lampertheim und GALA, das Gesundheitsnetz der Ärzteschaft Lampertheim, haben im Rahmen des ?Lokalen Gesundheitsforums? zum Thema Alzheimer Demenz eingeladen. Sie haben als Veranstalter mit Braus einen Referenten gewonnen, der es gut versteht, die Wissenschaft vom Hirn in rund einer Stunde spannend und trotzdem kenntnisreich zu vermitteln. Der Mediziner bringt mit viel Schwung den neuesten Stand der Alzheimer Forschung, der Diagnostik und Therapie auf den Punkt. Nicht ohne eindringlich darauf hinzuweisen, dass durch den demografischen Wandel der Gesellschaft bedingt eine neue Definition des Alters notwendig sei: Alt ist man ab 75 Jahren.
Aber was ist Demenz? Es gibt verschiedene Demenzformen, sie führen aber alle zu einem Verlust besonderer geistiger Fähigkeiten und zu Verhaltensänderungen. Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Demenz. Die Symptomatik beginnt schleichend und ändert sich mit dem Fortschreiten der Krankheit. Erste Anzeichen sind Störungen des Kurzzeitgedächtnisses, Beeinträchtigungen des Denkvermögens, der Orientierung und der Sprache.

Wenn die Zellen schrumpfen
All das führt zu Persönlichkeitsveränderungen. Braus erklärt anschaulich die Veränderungen im Gehirn durch das Schrumpfen der Nervenzellen und den Verlust von Nervenkontakten. Gehen Hirnregionen verloren, tritt ein Mangel an Botenstoffen ein, dessen Fehlen für die Störungen verantwortlich gemacht werden. Und was kann man dagegen tun?
Braus gibt Tipps für ein ?erfolgreiches Altern?: Jungbrunnen gegen die Krankheit seien die Kraft der Bewegung, soziale Kontakte und eine gesunde Ernährung. Eine Stunde mit den Enkeln sei sinnvoller als sechs Stunden Kreuzworträtsel. Lieber Tango statt Fango, ruft er ins Publikum. Das sei das Ergebnis wissenschaftlicher Studien.

Er räumt ein, dass genetische Faktoren beschleunigende Faktoren für den Krankheitsverlauf sind. Aber wir können für die Verlangsamung sorgen. Auch mit Medikamenten. Je früher diagnostiziert, umso besser. Denn Gene reagierten auf Umwelterfahrungen, seien permanent in Veränderung.
Dem kurzweiligen Vortrag schließt sich eine muntere Fragerunde an. Dieter Braus verkörpert auch hier perfekt das Prinzip Hoffnung. Alzheimer zu verhindern ist eine lebenslange Aufgabe. Wir können den Zug verlangsamen.

Erscheinungstag: 05.02.2011 | Zeitung: Suedhessen Morgen | Ressort: HLA | Seite: 17

Von unserem Redaktionsmitglied
Tanja Rühle
Lampertheim. Der Tod zweier Menschen aus Göttingen hat die Diskussion um eine Influenza-Impfung wieder angeheizt. Experten rechnen in den nächsten Wochen mit einer Influenza-Welle in Deutschland, warnen aber vor einer Panik. Dennoch raten die Mediziner älteren Menschen, chronisch Kranken und Schwangeren, sich impfen zu lassen. In Lampertheim hält allerdings die Impfmüdigkeit laut Dr. Matthias Früh, Sprecher der Ärzteschaft Lampertheim, weiterhin an.
In meiner Praxis liegt die Impfrate so bei 40 Prozent, erklärt Früh. Bei den Schwangeren ließen sich rund die Hälfte impfen und somit etwas mehr als in den vergangenen Jahren. Doch noch sei es nicht zu spät, sich mit dem Grippeimpfstoff, der auch vor einer H1N1-Infektion schütze, impfen zu lassen. Sieben bis 14 Tage dauert es in der Regel, bis die Immunität durch den Impfstoff hergestellt ist.

Hochphase Mitte Februar
Die Hochphase der Grippewelle beginnt nach Angaben von Früh Mitte Februar und hält bis März an. Gute vier Wochen haben Unentschlossene also Zeit, sich eine Spritze geben zu lassen. Wir raten allen Risikopatienten und solchen, die viel mit anderen Menschen in Kontakt kommen, zur Impfung, sagt der Mediziner.

In Hessen wurden laut Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) seit Oktober 2010 insgesamt 15 Fälle von Infektionen mit dem Schweinegrippe-Erreger H1N1 gemeldet, alleine im Dezember waren es elf. In der Lampertheimer Praxis von Matthias Früh ist bisher noch kein Fall von Influenza aufgetreten. Mit dem Vorrat an Impfstoff dürfte es laut dem GALA-Sprecher in diesem Jahr keine Probleme geben. Da die Kassen im vergangene Jahr so viel Impfstoff vernichten mussten, bekommen wir aber nur noch so viel,
wie wir auch bestellen. Das könne in den kommenden Jahren Probleme nach sich ziehen
, schätz Früh die Lage ein.

Erscheinungstag: 05.01.2011 | Zeitung: Suedhessen Morgen | Ressort: HLA | Seite: 17